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Verein zur Förderung von Demokratie und Toleranz e.V. Weimar und Weimarer Land
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Vorschau der Anti - AfD-Ausstellung "Keine Alternative"

Wissenswertes

Rechtsextremismus
und Zivilgesellschaft
in Deutschland, Thüringen,
Weimar und Weimarer Land

Rundbrief im Januar

Liebe Mitstreiter*innen und Engagierte,
 
wir hoffen, Ihr konntet – im Rahmen der Möglichkeiten – gut ins Jahr 2021 starten; ein Jahr, das uns sicher noch einiges abverlangen wird.
Leider können wir uns auf absehbare Zeit nicht treffen um neue Aktionen unseres Bündnisses zu planen.
 
Zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus möchten wir jedoch hiermit einen Aufruf starten:


Individueller Gedenkgang

 
Pressemitteilung
 

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau, des größten Vernichtungslagers des NS-Regimes.
Das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar (BgR), der Verein Lernort Weimar und die ACHAVA-Festspiele möchten am Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus die Weimarer Bürgerinnen und Bürger zu einem individuellen Erinnerungsrundgang einladen.
Am Goetheplatz, zwischen Kasseturm und mon ami, kann man sich vom 27.1.- 5.2. auf temporären Gedenktafeln über das Leben und Sterben ehemaliger Mitbürger*innen der Stadt informieren, an den Porträts der Open-Air-Ausstellung „Die Zeugen“, am Gedenkstein an die Todesmärsche an der Ettersburger Straße oder am Ernst-Thälmann-Denkmal am Buchenwaldplatz innehalten.
 
„Ehren wir die Entrechteten, Gequälten und Ermordeten, indem wir uns Ihrer erinnern, an den Gedenkorten eine Kerze aufstellen oder Blumen niederlegen. Und lassen Sie uns gemeinsam eintreten gegen jede Form von Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus in der heutigen Zeit.“ so Christine Schild im Namen der Initiatoren.
 
Das BgR Weimar sendet ebenfalls zum Gedenktag ein Grußschreiben an Éva Pusztai, Überlebende des KZ Buchenwald und Ehrenbürgerin der Stadt Weimar. Das Bündnis bedankt sich für Ihren unermüdlichen Einsatz als Zeitzeugin und ihre Verbundenheit zu Weimar – trotzdem sie mit Buchenwald die schrecklichsten Erinnerungen verbinden muss.
Weitere Informationen unter: www.diezeugen.de und www.lernort-weimar.de

 
Schlimmer Vorfall und gute Reaktion

 
In der vorigen Woche wurden Stolpersteine in der Schillerstraße und Steubenstraße übersprüht.
Jemand schrieb uns dazu:
 
„Ich habe heute etwas Schockierendes entdeckt.
Jemand hat versucht, ein Stück deutscher Erinnerungskultur auszulöschen und die drei Stolpersteine in der Schillerstraße mit einer steingrauen Farbe zu übersprayen. Ich habe sie mit Aceton gereinigt. Nun sind sie wieder sichtbar. Ich wollte es Ihnen einfach mitteilen, weil so etwas klar gezeigt und benannt werden muss: Antisemitismus.“
 
Noch am gleichen Abend und am folgenden Tag sind junge Leute durch die Stadt gelaufen, haben den Zustand aller Stolpersteine überprüft und die übersprühten Steine gesäubert.
Außerdem wurde Strafanzeige gestellt.
Danke an alle, die so schnell reagiert haben!

 
Lesung und Konzert des DNT
 
In seinem Roman „Wolke und Walzer“ erzählt der tschechische Autor Ferdinand Peroutka auf beeindruckende Weise von der Besetzung Prags durch die Deutsche Wehrmacht und von den katastrophalen Folgen für die dort lebende jüdische Bevölkerung.
 
Max Bruch: "Kol Nidrei" op. 47
Der romantische Komponist Max Bruch (ein gläubiger Katholik übrigens) komponierte sein „Kol Nidrei“ für Violoncello und Orchester im Jahr 1880. Es ist ein musikalisches Gebet, basierend auf dem Kol Nidre, das am Vorabend des höchsten jüdischen Feiertags, des Yom Kippur – dem „Tag der Sühne“ und der Versöhnung – gebetet wird. Das Kol Nidre befreit den Gläubigen von allen Gelübden und Versprechungen, auch gegenüber Gott, die unwissentlich oder unüberlegt abgelegt wurden. Jeder wissentlich vor Gott gesprochene Eid jedoch behält selbstverständlich Gültigkeit!
Bruchs Instrumentalstück versteht sich als ein „Gebet ohne Worte“ – ein hochemotionaler Klage- und Bekenntnisgesang, der auf dem Höhepunkt in hellere Farben umschlägt und schließlich versöhnlich, aber still verklingt.
 
Die Lesung aus „Wolke und Walzer“ und das Konzert in der Einspielung durch Alexandre Castro-Balbi (Violoncello) und Can Cakmur (Klavier) sind ab dem 27. Januar 2021 unter www.nationaltheater-weimar.de zu hören.

 
Angebot des Kinos mon ami
 
Vom 27.01. bis zum 02.02. bietet das Kino mon ami kostenfrei den Dokumentarfilm CHICHINETTE – WIE ICH ZUFÄLLIG SPIONIN WURDE mit anschließendem Gespräch.
Dies geschieht im Rahmen des Projekts Jüdische Geschichte(n) – Filmreihe zum Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ in Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.

Im Dokumentarfilm „Chichinette“ wird atmosphärisch, mit teils animierten Bildern der beeindruckende Lebensweg von Marthe Cohn erzählt.
Mit 100 Jahren tourt diese wie ein Rockstar durch die ganze Welt. Die kleine weißhaarige Frau hat Charakter, Humor und viel Energie. Marthe ist französische Jüdin aus Metz, die im Krieg ihren Verlobten und ihre Schwester verliert und sich 1945 entscheidet als Spionin für die Alliierten in Nazi-Deutschland ihr Leben aufs Spiel zu setzen und für das Ende des Krieges zu kämpfen.

Die Regisseurin Nicola Alice Hens (Bauhaus Universität Weimar) steht gemeinsam mit dem Kinoleiter Edgar Hartung (Kino mon ami Weimar) für ein zuvor aufgezeichnetes online – Gespräch zur Verfügung.
Weitere Information und Livestream unter: www.kinomonami.de
 
 
Bleibt gesund, zuversichtlich und solidarisch!
 
Viele Grüße
Euer Sprecherrat

Das war 2020... Der Rundbrief zum Jahresende

Liebe Mitstreiter*innen und Interessierte,
 
Wir hoffen, Ihr seid alle gesund und - trotz allem - optimistisch!
 
Rückblick
 
2020 konnte das BgR - trotz der schwierigen Umstände - einige Aktionen und Projekte voranbringen.

Eine der wichtigsten:

  •   Durch den lauten Protest der Zivilgesellschaft, so auch in Weimar, konnte die unsägliche MP-Wahl von Kemmerich mit den Stimmen der AfD im Februar rückgängig gemacht werden.
  •     Gemeinsam mit Fridays for Future und anderen Initiativen haben wir uns mit einigen öffentlichen Aktionen gegen Rassismus und für die Aufnahme von Geflüchteten aus Moria Gehör verschafft.
  •     Am stillen Gedenken zum 75. Jahrestag der Befreiung in der Gedenkstätte Buchenwald und am „Stolpersteinputzen“ am 9. November haben sich viele Menschen beteiligt.
  •     Unsere diesjährige, sehr interessante „Radtour wider das Vergessen“ nach Apolda und Bad Sulza fand großen Anklang, die Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Bombenangriffs vom 9. Februar 1945 auf die Gustloff- Werke und für die Opfer von Zamość im November konnten wieder stattfinden.
  •     Die Gruppe „Omas gegen rechts Weimar“ und das „Netzwerk Antirassismus Weimar“ wurden ins Leben gerufen und werden im Neuen Jahr mit eigenen Projekten starten.
  •     Die Festveranstaltung „20 Jahre BgR“ war Anlass zu Rückblick und Ausblick und ein guter Abend zum Kraftschöpfen. Gisela und Johannes Bock wurden mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt Weimar geehrt.
  •     In BgR-Radiosendungen wurden wieder verschiedene interessante Themen behandelt, in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Kino mon ami die Filme „Die Arier“ von Mo Asumang und „Wer wir sein wollten“ von Tatjane Calasans mit anschließenden Publikumsgesprächen gezeigt.


 
Und noch eine organisatorische Veränderung:
Das BgR hat zum 1. August 2020 den Wechsel der Trägerschaft von Radio Lotte zum Verein zur Förderung von Demokratie und Toleranz e.V. vollzogen. Näheres dazu im nächsten Plenum, das – so hoffen wir – im Frühjahr 2021 stattfinden soll.
 
Interessante Dokumentationen

 
Empfohlen seien Euch die Dokus "Stramm rechts im Parlament":

und "Rechts und radikal – Warum gerade im Osten?“:

 

Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich in diesem Jahr engagiert haben!

 
Danke all unseren Partnern, die mit uns gemeinsam in diesem Jahr geplant organisiert und agiert haben!


Das waren unter anderem:
Die Gedenkstätte Buchenwald, das Deutsche Nationaltheater Weimar, die Bauhaus-Universität Weimar, die Stadt Weimar, Radio Lotte Weimar, das Stadtmuseum Weimar, das mon ami und Kino mon ami Weimar, das Lebenshilfewerk Weimar/ Apolda, die Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Weimar, der Weimarer Dreieck e.V., Fridays for Futur, der Ausländerbeirat der Stadt Weimar, die Achava-Festspiele, Migrantifa Weimar, Lernort Weimar e.V., Caritas Thüringen, AWO Weimar, der Bach in Weimar e.V., stellwerk Weimar, die EJBW, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Die LINKE, mobit, der ADFC Thüringen, die Grüne Liga Thüringen, der Prager-Haus-Verein Apolda
 
Ein ebenso herzliches Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender, die unsere Arbeit finanziell unterstützen!
 
Und nicht zuletzt Danke an den Sprecherrat mit Gisela, Marleen, Christine und Harms; an Torsten, der sich um das Organisatorische kümmert; an den Kokreis mit Alfred, Uwe, Corinna, Gabi, Michal, Gerd, Frank und Johannes!
 
 
Wir wünschen Euch ein besinnliches Weihnachtsfest und einen leisen, aber optimistischen Sprung ins Neue Jahr und hoffen auf ein baldiges Treffen mit Euch. Bleibt gesund und solidarisch!
 
 
Herzliche Grüße
Euer BgR

Aktuelles...

Liebe Mitstreiter*innen und Interessierte,
 
Ehrendes Gedenken
 
Am Freitag, dem 27.11., trafen sich Vertreter*innen des Weimarer Dreieck e.V., des BgR und der Stadt Weimar an der Gedenkstele am Gelände des KZ der ehemaligen Gustloff- Werke zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung. Erinnert wurde an die NS-Verbrechen in Zamość - der heutigen Partnerstadt Weimars - vor 78 Jahren.
 
Im Gebiet Zamość wurden im Rahmen von Himmlers „Besiedlungsprogramm“ durch Deutsche in der Nacht vom 27. zum 28. November 1942 110 000 Polen aus 30 Dörfern verschleppt, Abertausende in Vernichtungslager geschickt. Die Familien wurden auseinandergerissen, arbeitsfähige Männer und Frauen getrennt zur Zwangsarbeit deportiert, zehntausende Kinder in Bahnwaggons verfrachtet, einige davon zur Zwangsadoption für linientreue Nazis frei gegeben. Unzählige erforen, verhungerten oder wurden ermordet.
 
Die coronabedingt nichtöffentliche Veranstaltung gedachte außerdem der Opfer des Bombenangriffs 1945 auf die Gustloff- Rüstungswerke und würdigte den ersten dunkelhäutigen Bürgermeisters Frankreichs und Widerstandskämpfer Raphaël Élizé durch die Präsentation einer Erinnerungsbroschüre.
Nähere Information in der angehängten PDF
 

Rassismus im Rathauskurier

 
In der Rubrik der Fraktionen im Weimarer Rathauskurier vom 21.11. 2020 äußerte sich die AfD-Stadtratsfraktion offen rassistisch zu einer Zeichnung auf der Homepage des Kinderbüros.
 
Das BgR reagierte mit einem Schreiben an den Oberbürgermeister und die Redaktion des Rathauskuriers sowie mit folgender Pressemitteilung:
 
„In der vorigen Ausgabe des Rathauskuriers äußert sich die AfD-Stadtratsfraktion zu einer Zeichnung auf der Homepage des Kinderbüros, auf der neben anderen Kindern ein Mädchen mit Kopftuch zu sehen ist.
Dabei setzt die AfD auf infame Weise Kopftuch und Islam mit Islamismus und islamistischem Terrorismus gleich. Das ist hochgradig rassistisch, verletzt die Würde einer gesamten Religion und großer Menschengruppen und unterstellt diesen pauschal mörderische Absichten.
Dies ist verfassungswidrig nach den Artikeln 1, 3 und 4 des Grundgesetzes und einer Stadt im Schatten Buchenwalds zutiefst unwürdig.
 
Gleichzeitig unterstellt die AfD-Fraktion der Stadt Weimar die Absicht, auf eine antidemokratisch islamistische Gesellschaft hinarbeiten zu wollen. Das ist eine nicht hinnehmbare Hetze gegen die Stadt Weimar und gegen all ihre engagierten Mitarbeitenden. Die hervorragende Arbeit der Kinder- und Jugendbeauftragten, die in vielfältigen integrativen Projekten allen hier lebenden Kindern die Chance auf sinnvolle Freizeitbeschäftigung, kulturelle Bildung und Mitbestimmung bietet und damit an der Umsetzung der UN-Kinderrrechtskonvention arbeitet, wird diskreditiert.
 
Die AfD-Fraktion, die in diesen herausfordernden Zeiten nicht besseres zu tun hat, als am Beispiel eines kulturelle Vielfalt vermittelnden Kinderbildes eine islamistische Verschwörung herbeizureden, lässt jegliche Seriosität vermissen und ist ganz sicher nicht „bürgerlich“.
 
Wir fordern den Weimarer Stadtrat und die Stadt Weimar auf, derartige diskriminierende und hetzerische Veröffentlichung im stadteigenen Magazin nicht unkommentiert abdrucken zu lassen. Der öffentliche Eindruck eines möglicherweise stillschweigenden Einverständnisses, der damit entsteht, ist verheerend und wird von keiner ernstzunehmenden demokratischen Fraktion gewollt sein.“


Kinderbüro: https://www.weimar.de/leben/kinderbuero/

Rathauskurier:
https://stadt.weimar.de/fileadmin/redaktion/Aktuell/rathauskurier/2020/Rathauskurier-21-20-web.pdf  Seite 10931
 
 
Forderung nach Abschiebestopp
 
41 Thüringer Organisationen, Vereine und Initiativen richten einen Appell an die Thüringer Landesregierung und den Thüringer Innenminister und fordern auf, Abschiebungen während der Covid-19-Pandemie zu untersagen. Das BgR Weimar gehört zu den Mitunterzeichnern.
Nähere Informationen: https://www.fluechtlingsrat-thr.de/

Aktuell

 

 

20.03.´21, Live-Stream-Konzert aus der Notenbank

21.03. - 28.03.  Säulen zwischen Kasseturm und mon ami, Goetheplatz
Ausstellung zur Internationalen Woche gegen Rassismus

 

 

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