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Veranstaltungen rund um den 67. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald

Liebe MitstreiterInnen, wir möchten euch hiermit die verschiedenen und vielfältigen Veranstaltungen rund um den 67. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald bekanntgeben:

Gedenkveranstaltung zu Ehren der im Webicht Ermordeten
Termin // Donnerstag, 5. April 2012 // 14 Uhr // Innenhof des Marstallgebäudes // Programm // Kurze Ansprachen des Oberbürgermeisters Stefan Wolf und des Vorsitzenden des VVN/BdA Weimar Uwe Adler, Kranzniederlegung, stilles Gedenken, anschließend Möglichkeit zum individuellen Gedenken im Webicht // Eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Weimar in Kooperation mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten Weimar

67. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald
Mittwoch, 11. April 2012 // 15.15 Uhr // Gedenkstätte Buchenwald // Programm: Kranzniederlegung und Gedenken am Denkmal für alle Opfer des KZ Buchenwald, ehemaliger Appellplatz, Begrüßung: RD Walter Mönch (Verwaltungsdirektor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora), im Anschluss Gedenkrundgang im ehemaligen Häftlingslager (Stationen: Gedenkstein für sowjetische Kriegsgefangene, Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma, „Kleines Lager“, Jüdisches Mahnmal, Gedenkstein für die Opfer des polnisch-jüdischen Sonderlagers, Krematorium)

Filmpremiere „Kinderblock 66 – Return to Buchenwald“ (englisch) mit anschließendem Zeitzeugengespräch
Samstag, 14. April 2012 // 16.00 Uhr // Gedenkstätte Buchenwald, Kino

Gedenkkonzert mit dem Trompeter Otto Sauter
Samstag, 14. April 2012 // 19.00 Uhr // Weimar, Seminargebäude der Neuen Weimarhalle // Eine gemeinsame Veranstaltung des Fördervereins Buchenwald e.V. und der Gedenkstätte Buchenwald

Gedenkveranstaltung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD)
Sonntag, 15. April 2012 // 13.30 Uhr // Gedenkstätte Buchenwald, ehemaliger Appellplatz

Buchpräsentation „Die Seele der Dinge“ und Zeitzeugengespräch mit Éva Pusztai, Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald
Sonntag, 15. April 2012 // 19.30 Uhr // Weimar, Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“ // Eine gemeinsame Veranstaltung des Weimarer Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus und der Gedenkstätte Buchenwald

Filmpräsentation „Lost Airmen of Buchenwald“ (englisch mit deutschen Untertiteln) mit anschließendem Zeitzeugengespräch
Montag, 16. April 2012 // 19.30 Uhr // Weimar, Kino des Jugend- und Kulturzentrums „mon ami“

Infos // E-Mail: weimar-gegen-rechts(at)web.de, Internet: www.buchenwald.de, www.vvn-bda.de, www.bgr-weimar.de

„Terrormorde von rechts – Was ist geschehen? Was ist zu tun?“

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises „60+“ des SPD-Kreisverbandes Weimar in Kooperation mit dem Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar. Mit dem Rechtsradikalismus-Experten Bernd Wagner, Gründer des Neonazi-Aussteigerprojektes „Exit“, und dem Weimarer Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Hartung.

Dienstag, 24. Januar 2012 // 17 Uhr
Die zufällige Aufdeckung der Mordtaten der Jena-Zwickauer Bande hat eine endlose Reihe von Versäumnissen der Behörden aufgezeigt. Das weckt Erinnerungen. Die erste Deutsche Republik, deren Verfassung in Weimar beschlossen worden ist, wurde von den bürgerlichen Parteien den Nazis kampflos überlassen. Der rechte Mob hatte sich zuvor mit Mord und Terror die Vorherrschaft auf der Straße erobert. Die Justiz konnte das nicht verhindern. Sie war zumeist auf dem rechten Auge blind. Droht eine Wiederholung? Wir fragen nach den Ursachen der rechtsradikalen Gewalt und wie sie wirksam bekämpft werden kann.
Der Rechtsradikalismus-Experte Bernd Wagner berichtet über die Lage unserer Republik. Er hat im Jahr 2001 mithilfe der „stern“-Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“ das international renommierte Neonazi-Aussteigerprojekt „Exit“ gegründet. Seitdem verließen über 300 Kader die Szene. Wagner gilt als einer der führenden Experten. Er berichtet über das wahre Ausmaß rechtradikaler Gewalt; denn nicht nur die zehn Mordopfer der sich NSU nennenden Bande, sondern weitere 170 Mitbürgerinnen und Mitbürger fielen ihr in den vergangenen 20 Jahren zum Opfer. Diese Opfer wurden nicht – wie zu häufig von Polizei und Justiz angenommen – aus einem spontanen Impuls heraus getötet. Überfälle auf Linke, Pogrome gegen Ausländer, Brandschatzungen, Attacken auf Homosexuelle und „Undeutsche“ sind „Schlachten in einem nicht erklärten Krieg gegen unsere Demokratie“. Als zweiter Referent stellt der Weimarer SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Hartung die Lage in Thüringen dar. Er berichtet aus dem Landtag: Welche Erkenntnisse gibt es über die Ursachen der Versäumnisse bei der Verfolgung der Jena-Zwickauer Bande? Welche Maßnahmen zur Aufklärung über die rechte Gewalt sind geplant?

Ort // Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“, Goetheplatz, Weimar
Infos // E-Mail: weimar-gegen-rechts(at)web.de

„Ziviler Ungehorsam und die Zukunft der Demokratie“

Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie Thüringen und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen im Rahmen der „Augustiner-Diskurse“

Donnerstag, 19. Januar 2012 // 19 Uhr
Die erfolgreichen Blockaden gegen Nazi-Events in Jena und Dresden, der breite gesellschaftliche Protest gegen Atomenergie und Castor-Transporte und die Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 zeigen die Bereitschaft zu unkonventionellen Formen der politischen Partizipation. Über traditionelle Formen wie Demonstrationen und Unterschriftensammlungen hinaus werden Formen zivilen Ungehorsams als neue Form der politischen Selbstwirksamkeit erfahren. Ziviler Ungehorsam scheint dabei in die Mitte der Gesellschaft zu wandern. Die Bereitschaft wächst offensichtlich, sich politischen Entscheidungen von oben x-tausendfach querzustellen. Es stellt sich die Frage, inwiefern die Politikstrukturen der repräsentativen Demokratie ihre Repräsentativität verlieren, so dass ihre Entscheidungen häufig keine gesellschaftliche Anerkennung finden. Längst gehören Campaigning, Aktions- und Blockadetrainings zum Programmprofil politischer Bildungsträger. Sind diese neuen Entwicklungen Ausdruck der Krise unserer Demokratie oder Motor ihrer Erneuerung? Zeigen sich die Risse zwischen politischer Klasse und politischen Bürgern? Welchen Stellenwert können Formen zivilen Ungehorsams in einer Demokratie haben? Sind sie eine Bedrohung für den demokratischen Rechtsstaat, wenn Regelüberschreitungen in Kauf genommen werden? Über diese Fragen und Spannungsfelder wollen wir gemeinsam mit unseren Gästen diskutieren. Die Veranstaltung eröffnet die Reihe Augustiner-Diskurse, mit der das Augustinerkloster, die Landeszentrale für politische Bildung und die Evangelische Akademie Thüringen wichtige politische Themen in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen wollen. Wir laden Sie herzlich ein, sich daran zu beteiligen!

Lothar Schmelz, Kurator des Evangelischen Augustinerklosters zu Erfurt
Peter Reif-Spirek, stellvertretender Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Prof. Dr. Michael Haspel, Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen

Programm // 19 Uhr Begrüßung, Peter Reif-Spirek (Landeszentrale für politische Bildung Thüringen), 19.15 Uhr Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Dieter Rucht (Wissenschaftszentrum Berlin), Dr. Albrecht Schröter (Oberbürgermeister, Jena), Dr. Klaus von der Weiden (Richter am Bundesverwaltungsgericht), Luise Zimmermann (Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Jena), Moderation: Prof. Dr. Michael Haspel (Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen). Im Anschluss wird es einen kleinen Empfang mit der Gelegenheit zu Gesprächen geben.
Tagungsort // Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt, Raum „Johannes Lang“ im „Haus der Versöhnung“, Augustinerstraße 10, 99084 Erfurt
Info // Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten.
Kontakt // Anmeldung und Information: Evangelische Akademie Thüringen, Petra Diemar, Zinzendorfplatz 3, 99192 Neudietendorf, Telefon: (036202) 984-13, Fax: (036202) 984-22, E-Mail: diemar(at)ev-akademie-thueringen.de, www.ev-akademie-thueringen.de

„Die Welt trifft sich in Weimar. Ein kulturelles Feuerwerk“

Herzliche Einladung zum Interkulturellen Neujahrsfest 2012 des Ausländerbeirates der Stadt Weimar

7. Januar 2012 // 19.30 Uhr
Der Ausländerbeirat der Stadt Weimar lädt herzlich zum Interkulturellen Neujahrsfest 2012 ein. Begrüßen Sie mit uns gemeinsam das neue Jahr. Es erwartet Sie ein kulturelles Feuerwerk aus Musik, Tanz sowie kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt. Das Interkulturelle Neujahrsfest findet am Samstag, den 7. Januar 2012, ab 19.30 Uhr in der Weimarhalle statt.

Wo // congress centrum neue weimarhalle, Unesco-Platz 1, 99423 Weimar
Info // Ausländerbeirat der Stadt Weimar, Telefon: (03643) 762-769

Regionalwerkstatt der Planungsregion Mittelthüringen in Weimar

… im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit

22. November 2011 // 17–20 Uhr
„Sehr geehrte Damen und Herren, das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit wurde im Dezember 2010 durch das Thüringer Kabinett verabschiedet und wird seit Jahresbeginn 2011, begleitet von einem Programmbeirat, konkret mit Projekten umgesetzt. Seit Mitte des Jahres werden Lokale Aktionspläne implementiert und Einzelprojekte umgesetzt; kofinanziert durch das Bundesministerium des Inneren wurde beim Thüringer Feuerwehrverband eine Koordinierungsstelle eingerichtet. Die Beratungsstellen MOBIT (mobile Beratung), ezra (Opferberatung) und die Ausstiegsberatung von drudel 11 sowie die Koordinierungsstelle des Landessportbundes arbeiten schon seit einigen Jahren aktiv und erfolgreich in Thüringen. Ebenso sind in vielen Regionen Thüringens Aktions- und Bürger- und Bürgerinnenbündnisse aktiv in der Förderung von Demokratie und der Bekämpfung von Rechtsextremismus engagiert und leisten ein beispielhaftes und vorbildliches zivilgesellschaftliches Engagement.
Eine der Leitzielstellungen des Landesprogrammes ist, die demokratischen Aktivitäten und Institutionen in Thüringen zu stärken und die Kommunikation sowie den Austausch der beteiligten zivilgesellschaftlichen und hauptamtlichen Akteure zu unterstützen. Eine systematische und zielorientierte Vernetzung und ein damit verbundener Diskurs zu den bisherigen Erfahrungen im Landesprogramm sowie zu spezifischen Themen- und Handlungsfeldern soll die Umsetzung und Weiterentwicklung des Landesprogramms befördern.
Vor diesem Hintergrund laden wir Sie herzlich zu der Regionalwerkstatt für die Planungsregion Mittelthüringen in Weimar ein. Die Regionalwerkstatt möchte Ihnen und Ihren Partnern und Partnerinnen ermöglichen, sich fachlich zu informieren und den Austausch untereinander zu intensivieren.
Prof. Dr. Hajo Funke von der Freien Universität Berlin und langjähriger Akteur im Landesprogramm für ein „tolerantes Brandenburg“ wird dazu einen einleitenden Vortrag zum Thema „– vernetzt – mehr erreichen“ halten (warum überhaupt Vernetzung und was muss dabei beachtet werden?). Anschließend wird es an vier Thementischen Raum für intensiven Austausch, kollegiale Beratung und angeregte Diskussionen geben.
Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen und Beiträge sowie auf lebhafte Diskussionen. Den genauen Ablaufplan entnehmen Sie dem beiliegenden Veranstaltungs-Flyer. Bitte melden Sie sich mit der ausgefüllten Antwortkarte für die Regionalwerkstatt am 22. November 2001 von 17.00 bis 20.00 Uhr im „mon ami“, Goetheplatz in Weimar bis zum 15. November 2011 an.
Folgende Thementische stehen zur Wahl (pro Teilnehmer und Teilnehmerin können zwei Thementische besucht werden):
Thementisch 1: Welche Erfahrungen haben wir im ersten Programmjahr „Demokratisches, tolerantes und weltoffenes Thüringen“ gemacht?
Thementisch 2: Wie kann eine intensivere und zielorientierte Einbindung von Wirtschaft und Medien gelingen?
Thementisch 3: Wie können wir in dem Themenfeld „Demokratiestärkung und Bekämpfung von Gewalt, Ausgrenzung und Rechtsextremismus“ systematisch mit den Trägern des Sportes und der Freiwilligen Feuerwehren kooperieren?
Thementisch 4: Welche Formen und Inhalte sind geeignet, breite gesellschaftliche Schichten anzusprechen und zu aktivieren?
Mit freundlichen Grüßen, Heike Taubert“

Wir haben im vergangenen Jahr gemeinsam versucht, das Landesprogramm zu einem Programm zu machen, welches sich ausdrücklich dem gesellschaftlichen Problem des Rechtsextremismus zuwendet und sich mit diesem auseinandersetzt. Unter anderem durch parteitaktische Spielereien ist dieses Anliegen stark verwässert worden und ein Programm ward installiert, welches weite Teile des Zivilgeselschaftlichen Engagements (alle nicht als Verein organisierten Strukturen) außen vor lässt. Auch stellt dieses Programm die Arbeit und das Engagement gegen Rechtsextremismus nicht mehr in den Vordergrund, wie wir als Thüringer BgRs und Initiativen dies gefordert haben. 
Und trotz allem meine ich, wir sollten uns an den nun stattfindenden Regionalkonferenzen beteiligen. Damit würden wir signalisieren, dass wir bei aller scharfen Kritik an eben diesem Programm trotz allem jede Chance nutzen, weiter nach Möglichkeiten zu suchen, in unserem Sinne auf dieses und dessen Ausgestaltung und Nutzung Einfluss zu nehmen. Eine dieser Regionalkonferenzen – für die Region Mittelthüringen – findet nun in Weimar statt. (Da es zur Teilnahme an diesen Regionalkonferenzen durchaus auch ebenso berechtigte gegenteilige Meinungen gibt und ich diese nicht ausblenden mag, deswegen kennzeichne ich diesen Text mit meinem Namen – Autor: Uwe Adler, Mitglied des Sprecherrates des BgR Weimar.)

Wo // Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“, Goetheplatz, Weimar
Anmeldungen // Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Abteilung 3/Referat 32, Werner-Seelenbinder-Straße 6, 99096 Erfurt, E-Mail: annett.horn(at)tmsfg.thueringen.de, Fax: (03 61) 3 79 88 30
Infos // Anreise: www.monami-weimar.de/5.html
Förderung // Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“

 

 

 

 

Vortragsreihe des Fördervereins Buchenwald

„70 Jahre danach: Der Überfall auf die Sowjetunion und die deutsche Vernichtungspolitik“. Eine Vortragsreihe der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen in Verbindung mit dem Förderverein Buchenwald e.V. und der Stadt Weimar.

28. Oktober // 19.30 Uhr
Dr. Jochen Böhler (Jena): Auftakt zum Vernichtungskrieg. Der deutsche Überfall auf Polen 1939
4. November // 19.30 Uhr
Hannes Heer (Hamburg): Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion – Massenmord nach Plan
11. November // 19.30 Uhr
PD Dr. Jörg Ganzenmüller (Jena): Das belagerte Leningrad 
1941–1944
18. November // 19.30 Uhr
Prof. Dr. Thomas Sandkühler (Berlin): Der Beginn des Massenmordes an den europäischen Juden im Herbst 1941
25. November // 19.30 Uhr
Dr. Harry Stein (Weimar): Sowjetische Kriegsgefangene im Konzentrationslager Buchenwald
2. Dezember // 19.30 Uhr
Dr. Jens Binner (Sandborstel): Sowjetische Kriegsgefangene in der deutschen Wirtschaft

Wo // Tourist-Information Weimar, Markt 10
Kontakt // Buchenwaldinformation Förderverein
c/o Tourist-Information Weimar, Markt 10, 99423 Weimar
Telefon: (03643) 747-540, Fax: (03643) 747-541
E-Mail: info(at)foerderverein-buchenwald.de
www.foerderverein-buchenwald.de

Gedenken an den Novemberpogrom 1938

Liebe MitstreiterInnen, hiermit möchten wir auch dieses Jahr wieder alle Weimarer Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt aufrufen, sich am Gedenken für die Opfer des Novemberpogroms von 1938 zu beteiligen.

Mittwoch, 9. November 2011 // ab 17 Uhr
Um 17 Uhr treffen wir uns am Marstall zu einem Schweigeweg mit Kerze (und Kopfbedeckung), der uns zum Jüdischen Friedhof in die Leibnizallee führen wird. Dort beginnt um 18 Uhr die eigentliche Gedenkveranstaltung, welche alljährlich – so auch 2011 – von der Evangelischen Kirchgemeinde unter Beteiligung des VVN-BdA Weimar organisiert wird.

„Stimmen aus Buchenwald“

Eine Lesung mit den Herausgebern des gleichnamigen Buches Holm Kirsten (angefragt) und Wulf Kirsten. Veranstaltet von den Bürgerbündnissen gegen Rechtsextremismus Weimar und Weimarer Land, der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Dienstag, 8. November 2011 / / 19.00 Uhr
Eine Viertelmillion Menschen haben das Schreckliche im KZ Buchenwald erlebt. In dem „einzigartigem Lesebuch“ (zitiert aus „Die Tageszeitung“, 24.11.2002) sind Texte von 61 Autoren und Gedichte wiedergegeben. Dabei ist den Herausgebern nach Ansicht der Kritik eine Annäherung an die Wahrheit gelungen. Beigefügt sind Kurzbiografien, die etwa die Vielfalt der Nationalitäten dokumentieren. Am Vorabend des bedeutungsschweren Datums 9. November werden die Herausgeber Texte aus dem Lesebuch vortragen, unterschiedliche Berichte vom Grauen. Ein vertiefendes Kennenlernen ist dabei möglich. In einer Zeit des unbegreiflich-widersinnigen Duldens, ja sogar Förderns mittels Steuergeldern, ist den Lügen der Nazis entgegenzutreten. Das Beschäftigen mit authentischen Berichten kann zur Wahrheitsfindung beitragen.

Wo // Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“, Goetheplatz, Weimar
Infos // „Stimmen aus Buchenwald“ Ein Lesebuch. Hrsg. Holm Kirsten, Wulf Kirsten, Wallstein Verlag Göttingen 2002, ISBN-103892445745 und ISBN-139783892445746, Preis: 15,00 Euro

 

 

21. Antirassistischer und antifaschistischer Ratschlag

Am 4. und 5. November findet der diesjährige Ratschlag in Gera statt.

In diesem Jahr findet der 21. antirassistische und antifaschistische Ratschlag Thüringen statt. Mehr als 20 Jahre Austausch zu Gegenwart und Zukunft der antifaschistischen Bewegung, politische Aufklärung und Erinnerung an die antisemitischen Novemberpogrome vom 9. November 1938.

Für zwei Tage, am 4. und 5. November 2011, laden wir zu Mahngang, Workshops und Konzert nach Gera ein. Damit wird der Ratschlag nach zehn Jahren zum zweiten Mal in der ostthüringischen Stadt organisiert. Anlass genug, um zurückzublicken, was sich in dieser Zeit getan hat, worin die aktuellen Herausforderungen bestehen und welches zukünftige Handlungsstrategien sein können. „Hinsehen statt Wegschauen! – Handeln statt Beschweigen!“, so lautete der Titel des 11. Ratschlags 2001 in Gera. Seitdem wurden trotz Meinungsverschiedenheiten wichtige und positive Entwicklungen ins Rollen gebracht. Wenige Monate nach diesem letzten Treffen wurden vor Ort Antifa-Strukturen ausgebaut, Aktionen organisiert und Öffentlichkeit geschaffen. Im vergangenen Jahr schließlich begann auch die Zivilgesellschaft sich neu zu organisieren und aktiv zu werden. Erste Schritte, beispielsweise im Protest gegen die neonazistische Musikveranstaltung „Rock für Deutschland“, sollen vom Ratschlag aufgegriffen werden.

Wo // Gera, verschiedene Veranstaltungsorte
Info // www.ratschlag-thueringen.de, info(at)ratschlag-thueringen.de, presse(at)ratschlag-thueringen.de

„Die Todesmärsche 1944/45“

Lesung und Diskussion mit dem Autor Daniel Blatman (Jerusalem)

Freitag, 21. Oktober // 19 Uhr
Der israelische Historiker Daniel Blatman hat das letzte Kapitel der NS-Schreckensherrschaft so akribisch erforscht wie niemand vor ihm. Die in Richtung Westen aus den Konzentrationslagern Evakuierten gab es keinen Fluchtort; die Häftlingstrecks gerieten mitten hinein in den allgemeinen Rückzug Millionen Deutscher aus den von der Roten Armee überrollten Ostgebieten und die Auflösung der Wehrmacht. Bei Massakern an den ausgehungerten Juden, Kriegsgefangenen, Sinti und Roma oder Kommunisten mischten auch viele „normale Bürger“ tatkräftig mit.

Wo // Eckermann-Buchhandlung, Marktstraße 2, 99423 Weimar
Info // Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora und der Eckermann-Buchhandlung
Das Buch // Daniel Blatman: „Die Todesmärsche 1944/45. Das letzte Kapitel des nationalsozialistischen Massenmords“, 851 Seiten, gebunden, Rowohlt-Verlag, ISBN-10: 3-498-02127-3, EAN: 9783498021276, Preis: 34,95 Euro

„Von Buchenwald(,) nach Europa“

Eine Lesung mit den AutorInnen Hannah Röttele, Roland Hirte und Fritz von Klinggräff.

Mi., 19. Oktober // 19–22 Uhr
„Von Buchenwald(,) nach Europa. Gespräche über Europa mit ehemaligen Buchenwald-Häftlingen in Frankreich“. Im Konzentrationslager Buchenwald waren Menschen aus fast allen europäischen Nationen inhaftiert. Um das eigene Überleben im Lager sichern zu können, mussten neue soziale Praktiken erlernt werden, die über die jeweils unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen und Prägungen vor der Haftzeit hinausgingen. In dieser Zwangsgemeinschaft war nationenübergreifende Solidarität eher selten. Dennoch hatten viele Inhaftierte Ideen davon, was Europa ist und wie es mal aussehen könnte. Solche Ideen wurden ins Lager mitgebracht, entstanden dort und wurden heftig debattiert. Für andere wiederum bekam Europa erst nach dem Lager eine Relevanz, als ein aus der Angst resultierendes Konstrukt, dass sich die Geschichte so oder ähnlich wiederholen könne.
Welche Erfahrungen, Vorstellungen, Hoffnungen oder Sehnsüchte haben oder hatten die Menschen von Europa, die in Buchenwald – sei es für Tage, sei es für Jahre – inhaftiert waren? Inwiefern verändern sie sich über die Zeit, werden aufgrund anderer Erfahrungen brüchig und desillusioniert oder visionär und mythisch? Interessante und zum Teil verblüffende Antworten darauf wurden in Frankreich gefunden, geht doch ein Weg von Buchenwald nach Europa über Frankreich. Die Franzosen waren nicht nur zahlenmäßig eine bedeutende Gruppe in Buchenwald, sie spielten auch im lagerinternen Widerstand eine gewichtige Rolle. Noch heute gibt es in Frankreich einen gut organisierten Verband ehemaliger Häftlinge: engagierte Menschen, die Auskunft geben.

„Die Europäer müssen die Vergangenheit mit einbeziehen, d.h. sie analysieren, sie besser verstehen, um sie besser zu bewältigen. Diese Bemühungen betreffen besonders die Deutschen und die Franzosen. Ich bin in den Lagern ein Europäer geworden." (Pierre Sudreau)

Wo // Gerberstraße 1, 99423 Weimar
Infos // ISBN: 9783941830141, 350 Seiten, gebunden, Weimarer Taschenbuch-Verlag, erschienen August 2011, Preis: 28,00 Euro

https://www.facebook.com/event.php?eid=218102428250836

Proteste gegen Nazi-Aufmarsch vor dem Thüringer Landtag

Wir – das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar – rufen die Bürgerinnen und Bürger Weimars und Thüringens auf, sich an den Protesten gegen den Nazi-Aufmarsch vor dem Thüringer Landtag in Erfurt zu beteiligen.

15. September // ab 13 Uhr
Die Landtagspräsidentin lädt um 13 Uhr zum Erinnern und Gedenken an die Verfolgten des Nationalsozialismus als Protest gegen den NPD-Aufmarsch in das Foyer des Landtages ein, ab 15.30 Uhr findet eine szenische Lesung „Ausgrenzung, Entrechtung, Vertreibung, Beraubung, Deportation, Zwangsarbeit und Ermordung“ mit Rüdiger Bender (Förderkreis Erinnerungsort Topf & Söhne), Dr. Martin Borowsky (Deutsch-Israelische Gesellschaft) und Dr. Andreas Schneider (Bildungszentrum der Polizei) sowie Studierenden der Universität Erfurt gemeinsam mit dem ehemaligen Buchenwald-Häftling Gert Schramm vor dem Thüringer Landtag statt. Zudem wird es mindestens zwei Kundgebungen gegen den Nazi-Aufmarsch im näheren Umfeld des Landtages geben, zu denen ab 15.30 Uhr aufgerufen wird: Ecke Johann-Sebastian-Bach-Straße und Beethovenstraße sowie Ecke Jürgen-Fuchs-Straße und Tschaikowskistraße

Wo // Erfurt, Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Straße 1
Info // www.landtag.thueringen.de

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